Die Jahre 2000 bis 2005

Das Jahr der Wettkämpfe

Das Jahr 2000 war hauptsächlich von sportlichen Höhepunkten geprägt. Ein dreiwöchiges Trainingslager in Vietnam wurde in diesem Jahr durchgeführt. Außerdem fand wieder ein gemeinsamer großer Vereinswettkampf mit dem Titel „Berliner Meisterschaft Nam Hông Sơn“ statt.

Berliner Meisterschaft 2000
Berliner Meisterschaft 2000

Weiterhin besuchten wir verschiedene Wettkämpfe in Deutschland mit nationaler und internationaler Beteiligung. Zweimal fuhren wir nach Halle an der Saale, einmal nach Unna und einmal nach Wesel in der Nähe der holländischen Grenze. Ein Wettkampf fand 2001 in Hamburg statt. Mit dabei waren jeweils Schüler aus dem Kampfkunststudio Pham, welches von Meisterin Ute Pham geleitet wird. Es wurden diverse Plätze sowohl im Kampf als auch im Formenlaufen belegt. Für unsere Mitglieder bedeutete dies eine sehr große Motivation.

Die Geschichten über diese Wettkämpfe werden noch heute im Verein erzählt. Bei alle Veranstaltungen waren wir als Kung Fu Sportler immer in der Minderheit. Hauptsächlich wurden die Wettkämpfe von Karate- und Taekwondo- Kämpfern besucht.

DM Halle 2000
DM Halle 2000 - Sebastian Wuttke 1. Platz

In dieser Zeit wurden auch viele Erfahrungen über die Organisation von Wettkämpfen gesammelt. Schließlich konnten wir an uns selber erfahren, was gut und was schlecht ankommt. Es ist eine enorme Bereicherung gewesen, Sportler aus anderen Bereichen des Kampfsportes kennenzulernen.

Im Jahr 2000 entstand eine Tradition, die bis heute anhält. Jedes Jahr zu Pfingsten fahren die Mitglieder und deren Angehörige aus der Turnhalle der Neubrandenburger Straße in Hohenschönhausen zu einem Camping Ausflug nach Tiefensee. Mittlerweile gibt es die Turnhalle nicht mehr und aus dem Ausflug ist ein Trainingslager für Übungsleiter und Übungsleiternachwuchs geworden.

Ursprünglich diente die Reise nach Tiefensee jedoch nicht der Erholung oder dem Training, sondern wir machten dort Dreharbeiten für einen eigenen Kung Fu Film. Die Motivation dafür war damals sehr hoch und trotzt der harten Arbeit war es ein unvergessliches Erlebnis. Man kann sagen, dass damals wieder eine neue Generation von Übungsleitern und fortgeschrittenen Schülern entstand.

Gefahr für den Verein und den Stil

Während des Jahres 2001 waren die Mitgliederzahlen weiter rückläufig. Die Situation in der Vereinsorganisation und in den Finanzen war sehr angespannt. Die Übungsleiterversammlung und der Vorstand standen vor einem großen Berg an Arbeit und Aufgaben.

Es bestand die Gefahr, dass der Großmeister und die Meisterin ihren Lebensunterhalt in Zukunft woanders verdienen mussten und damit natürlich weniger dem Verein zur Verfügung standen. Viele Mitglieder waren dadurch stark beunruhigt und sahen die Existenz und Legitimation des Vereins bedroht. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Übungsleitern und gegenüber dem Vorstand mussten in Zukunft besser gelöst werden. Die Übungsleiterversammlung sollte nun jeden zweiten Monat tagen. Im Juli 2001 zählte der Verein nur noch 140 Mitglieder. Werbung und der Aufbau von neuen Trainingsgruppen waren dringend notwendig. Leider verließen wieder ältere Übungsleiter den Verein.

Letztendlich war es die Mitgliederversammlung, welche einen konsequenten Kurswechsel forderte und einen neuen Vorstand wählte. Am 17.10.2001 endete dann die fast zehnjährige Amtszeit von Meisterin Ute Pham als Vorstandvorsitzende. Über lange Zeiträume musste Meisterin Ute die Organisation allein durchführen und aufkommende Problemen bewältigen.

Der Verein musste das erste Mal ohne die Organisation von Meisterin Ute bestehen und in seiner schwersten Zeit alleine auf die Beine kommen. Der Vorteil war natürlich, dass Meisterin Ute sich nun komplett auf die sportliche Aufgaben als Meisterin konzentrieren konnte.

Der Vereinswettkampf musste dieses Jahr aus Kostengründen ausfallen. Im Laufe des Jahres 2002 gingen die Organisation und die Entscheidungen im Verein fast komplett in die Übungsleiterversammlung über. Verschieden Konzepte wurden erarbeitet, um die Finanzen in den Griff zu bekommen, mehr Mitglieder zu werben, und sowohl Großmeister Quan als auch Meisterin Ute zu bezahlen.

Trainingslager 2002
Trainingslager 2002 - Leitung Großmeister Phạm ngọc Quân (Foto: Anja Schwager)

In Jahr 2002 fand ein Trainingslager nach Greifswald statt, welches von Großmeister Quan geleitet wurde. Über die Ausrichtung eines Vereinswettkampfes wurde im Jahr 2002 nicht einmal nachgedacht. Es gab viel existenziellere Probleme zu bewältigen. Positiv war die Einführung eines Internetforums für die Mitglieder, Übungsleiter und den Vorstand. Damit konnte die Kommunikation und Arbeitsgeschwindigkeit deutlich verbessert werden.

Der Bruch und die Vereinsteilung

Zum Jahreswechsel 2002/2003 konnte die Situation nicht wesentlich verbessert werden. Nach wie vor war es dem Verein nicht möglich, zwei Meister zu finanzieren. Im Frühjahr 2003 wurde deutlich, dass Großmeister Quan langfristig in Vietnam leben wird, um dort Familie, Existenz und Kung Fu Schule aufzubauen. Diese Situation führte unter den Übungsleitern zu einer Spaltung. Eine Gruppe wollte sich sportlich völlig neu orientieren und suchte die Zusammenarbeit mit neuen Meistern und Stilen. Dieser Vorschlag stieß auf der anderen Seite der Übungsleiter, auf große Ablehnung. Aus Loyalität wollte diese nicht ihren Meister wechseln. Der Stil, welcher sich seit 1990 entwickelt hatte, würde nicht mehr trainiert werden und hätte aufgehört zu existieren.

Letztendlich konnte die Übungsleiterversammlung sich nicht mehr einigen und die Fronten verhärteten immer weiter. Das höchste Organ des Vereins, die Mitgliederversammlung sollte über dir Zukunft entscheiden. Darauf begann eine Art Wahlkampf, in welchen beide Seiten die Argumente für und wieder sammelten und aufbereiteten. In schlaflosen Nächten wurde hier für die Zukunft des Vereins gekämpft, nur leider nicht miteinander sondern gegeneinander. Auf der Mitgliederversammlung am 23. März 2003 wurden dann viele Reden gehalten und Meinungen dargestellt. Die Abstimmung brachte eine knappe zweidrittel Mehrheit gegen einen neuen Meister und für eine weitere Zusammenarbeit mit Meisterin Ute.

Andreas Macht wurde in das Amt des Vorstandvorsitzenden gewählt, welches er bis heute (2011) ausübt. Die Hauptaufgabe für den Rest des Jahres 2003 war es, Stabilität in den Verein zu bringen. Leider wurde die Situation von den Übungsleitern, welche einen neuen Meister wünschten, nicht akzeptiert und es kam zu einer Teilung des Vereins und dem Verlust von ca. 40 Mitgliedern.

Trainingslager 2003
Trainingslager 2003 - Leitung Meister Stefan Buchhorn, damals Meisterschüler (Foto: Anja Schwager)

Die Zusammenarbeit mit Meisterin Ute brachte die erhoffte Stabilität und der Verein konnte trotz deutlich reduzierter Mitgliederzahlen weiter bestehen. Ein Trainingslager fand in diesem Jahr in Zielow an der Müritz unter Leitung von Meister Stefan Buchhorn (damals Meisterschüler) statt.

Im Jahr 2004 leitete Meisterin Ute ein Trainingslager in Schwerin. Im November fand eine gemeinsame Vorführung von Mitgliedern des Vereins und des Kampfkunststudio Pham im Rahmen eines Wettkampfes statt. Die Buchführung konnte durch den Wechsel des freien Mitarbeiters verbessert werden. Nachdem im Jahre 2004 die größten Probleme gelöst waren, konnten die ersten Projekte für die Zukunft begonnen werden. Auf der Mitgliederversammlung wurde beschlossen, mehr Werbung zu machen um die Mitgliederzahlen zu erhöhen. Weiterhin wurde ein Trainingslager nach Vietnam bei Großmeister Quan, welcher inzwischen seinen Wohnort komplett nach Hanoi verlegt hatte, geplant. Der Vorstand war in diesem Jahr damit beschäftigt die Unterlagen für die Förderungswürdigkeit des Vereins zu ordnen. Diese Arbeit war in den letzten turbulenten Jahren etwas vernachlässigt worden. Weiterhin wurde die Verwaltung der Mitglieder auf eine Datenbank übertragen.

Trainingslager 2005
Trainingslager 2005 - Leitung Meisterin Ute Phạm

Im Jahr 2005 fand ein weiteres Trainingslager unter der Leitung von Meisterin Ute statt. Diesmal ging es in Beckerwitz um das Training mit dem Speer und das Erlernen von Tai Chi Techniken. Im Oktober 2005 nahmen einige Mitglieder an einem Wettkampf teil. Der Verein, welcher sich 2003 von Kunstkampfsport Club abgespalten hatte, war der Einladende. Trotz der Streitigkeiten aus der Vergangenheit wurde der Wettkampf ein schönes Erlebnis. Die Mitgliederzahl belief sich in diesem Jahr auf 70 und somit blieben die Werbung neuer Mitglieder und die Ausbildung neuer Übungsleiter die Hauptaufgabe. Erstmals mussten die Übungsleiteranwärter im Verein auch Prüfungen ablegen, welche dazu beitragen sollten, dass die Grundlagen für die spätere Arbeit als Übungsleiter umfassend erlernt werden.

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Der Kunstkampfsport-Club e.V. aus Berlin.