Geschichte des Kung Fu

In Zeiten des Internets kann man viele verschiedene Versionen über die Geschichte und Entstehung des Kung Fu lesen. Die meisten Autoren sind sich jedoch einig, dass eine 100 prozentige Darstellung der Geschichte nicht möglich ist. Gründe dafür sind unterschiedliche Theorien über verschiedene Einflüsse bis hin zum europäischen Raum. Auch die Tatsache, dass die Kampfkunst sehr oft im Geheimen trainiert wurde, erschwert eine genaue Rekonstruktion.

Einigkeit besteht darin, dass die wesentliche Entwicklung des Kung Fu in Chinas stattfand. Einflusse aus benachbarten Ländern insbesondere aus Indien werden häufig erwähnt. Es wurden Töpfereien und Wandmalereien aus den Jahren um 1400 v. Chr. gefunden, welche Abbildungen von Faust- und Fußtechniken zeigen.

Die Person Bodhidharma (Daruma, Ta Mo; 480-557 n. Chr.) wird in den Geschichten sehr häufig erwähnt. Er kam der Legende nach in der Zeit um 520 n. Chr. von Indien nach China in das legendäre Shaolin Kloster. Bodhidharma begründete dort den Chan-Buddhismus (jap.: Zen-Buddhismus). Neben den philosophischen und religiösen Lehren unterrichtete er seinen Schüler in Boxtechniken. Die körperliche Ertüchtigung sollte den allgemeinen Gesundheitszustand der Mönche verbessern, da dieser durch lange Meditation in einem schlechten Zustand war.

Shaolin Kloster am Berg Songshan in der Provinz Henan; Quelle: Wikipedia, GNU Lizenz
Shaolin Kloster am Berg Songshan in der Provinz Henan; Quelle: Wikipedia, GNU Lizenz

 

Bodhidharma verbrachte in einer kleinen Höhle oberhalb des Shaolin Klosters 9 Jahre in Meditation. Dabei haben sich durch die Sonne seine Umrisse in einen Stein gebrannt und sind noch heute zu besichtigen. Er entwickelte die 18 Boxtechniken, welche im Laufe der Zeit immer mehr erweitert wurden. Später kamen verschiedene Waffen und die fünf Tierstile (Leopard, Tiger, Schlange, Kranich und Drache) hinzu.

 

Bodhidharma Blockdruck von Tsukioka Yoshitoshi (1839-1892) Copyright Public Domain, japanisches Photo älter als 50 Jahre
Bodhidharma Blockdruck von Tsukioka Yoshitoshi (1839-1892) Copyright Public Domain, japanisches Photo älter als 50 Jahre

 

In der Ming-Dynastie (1368 -1644) erlebte das Shaolin Kung Fu seine Blütezeit. Bis zu 2500 Kampfmönche trainierten sehr intensiv die unterschiedlichsten Stilarten des Kung Fu, dabei konnte man nun schon von einer Armee der Shaolin reden.

Während der Qing-Dynastie (1644-1911) wurde jegliche Art der Kampfkunst verboten. Viele Mönche verließen das Kloster um den Buddhismus zu verbreiten. Dadurch breitete sich auch das Kung Fu aus. Durch das Verbot wurden viele Gegenstände des Handwerkes und des täglichen Gebrauchs zu Waffen umfunktioniert. Das Nun Chaku, welches einem Dreschflegel sehr ähnlich ist, ist dabei nur ein berühmtes Beispiel. Die Mönche erweiterten die Techniken durch neue Beobachtungen und Erkenntnisse und trugen das Shaolin Kung Fu in das Land und die Welt.

Kung Fu bildet dadurch den Grundstein für andere Kampfkünste wie Karate, Tae-Kwon-Do, Judo oder Jiu Jitsu. Das Shaolin Kung Fu erreichte auch Vietnam. Im Laufe der Zeit wurden die verschiedenen Stile meist nur in eng vertrauten Kreisen von Meister zu Schüler weitergegeben.

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Der Kunstkampfsport-Club e.V. aus Berlin.